Erste Kunden gewinnen – Der Fahrplan zu deinen ersten Aufträgen
Erste Kunden gewinnen beginnt nicht mit Glück, sondern mit einer klaren Strategie. Setze die richtigen Massnahmen zur richtigen Zeit um und bring deine Selbstständigkeit erfolgreich ins Rollen.
Die ersten Kunden sind oft die grösste Herausforderung nach der Firmengründung
Die Firmengründung ist geschafft. Das Logo steht, die Website ist online und voller Motivation wartest du auf die ersten Anfragen. Doch statt klingelnder Telefone und voller E-Mail-Postfächer herrscht oft erst einmal Stille. Ein Gefühl, das fast jeder Neugründer kennt. Denn selbst das beste Angebot bringt nichts, wenn niemand davon weiss.
An diesem Punkt geben viele Neugründer viel zu früh auf oder investieren ihr Geld in Massnahmen, die kaum Ergebnisse bringen. Dabei braucht es am Anfang weder ein riesiges Werbebudget noch komplizierte Marketingstrategien. Wichtig ist nur, dass du die richtigen Dinge zur richtigen Zeit tust.
In diesem Artikel erhältst du einen klaren Fahrplan, wie du deine ersten Kunden gewinnst, Vertrauen aufbaust und die Grundlage für einen erfolgreichen Kundenstamm legst. Ohne leere Versprechen, sondern mit bewährten Strategien, die sich in der Praxis immer wieder bewährt haben.
Du möchtest dein Unternehmen von Anfang an professionell aufbauen?
Ob Website, Suchmaschinenoptimierung, Grafikdesign oder Online-Marketing, wir unterstützen dich als Neugründer dabei, sichtbar zu werden und erfolgreich zu starten. Entdecke jetzt unsere Leistungen und finde die passende Unterstützung für dein Unternehmen.
1. Bevor du Kunden suchst: Schaffe ein Angebot, das jemand kaufen möchte
Viele Neugründer möchten möglichst schnell erste Kunden gewinnen. Klingt logisch, oder? Sie erstellen schnell, oftmals selbst und mit günstigen Baukästen, eine Website – ohne Strategie. Sie eröffnen Social-Media-Kanäle auf jeder Plattform und posten drauflos, was das Zeug hält, oder verpulvern Geld in Werbung, ohne überhaupt einen klaren Plan zu haben. Und genau hier liegt der grosse Fehler.
Kundengewinnung beginnt nicht mit Marketing. Sie beginnt mit einem Angebot, das ein echtes Problem löst und für potenzielle Kunden verständlich kommuniziert wird.
Stell dir vor, jemand besucht deine Website oder dein Unternehmensprofil zum ersten Mal. Innerhalb weniger Sekunden entscheidet diese Person, ob dein Angebot interessant ist oder nicht. Bleibt dabei unklar, welchen Nutzen du bietest oder warum ausgerechnet du die richtige Wahl bist, wird der Besucher deine Seite meist wieder verlassen, ganz unabhängig davon, wie viel Zeit oder Geld du zuvor in Marketing investiert hast.
Aus unserer Erfahrung bei der Webagentur Forster zeigt sich immer wieder, dass viele Gründer ihr Unternehmen zu stark aus ihrer eigenen Sicht präsentieren. Sie sprechen über Leistungen, Funktionen oder technische Details. Potenzielle Kunden interessiert jedoch etwas ganz anderes: Welches Problem löst du für mich und warum sollte ich dir vertrauen?
Bevor du aktiv erste Kunden gewinnen möchtest, solltest du deshalb drei grundlegende Fragen beantworten können.
1.1. Welches Problem löst du?
Menschen kaufen selten ein Produkt oder eine Dienstleistung. Sie kaufen eine Lösung.
Niemand kauft eine Bohrmaschine, weil er unbedingt eine Bohrmaschine besitzen möchte. Er kauft sie, weil er ein Loch in der Wand braucht.
Genau dieses Prinzip gilt für nahezu jedes Unternehmen. Ein Webdesigner verkauft keine Website. Er verkauft Vertrauen, Sichtbarkeit und neue Kunden. Ein Treuhänder verkauft keine Buchhaltung. Er verkauft Sicherheit und weniger administrativen Aufwand. Ein Personal Trainer verkauft keine Trainingspläne. Er verkauft mehr Gesundheit, Fitness oder Lebensqualität.
Überlege dir deshalb nicht zuerst, was du anbietest. Frage dich stattdessen:
🔹 Welches Problem löse ich?
🔹 Welchen konkreten Nutzen hat mein Angebot?
🔹 Wie verbessert sich das Leben oder der Arbeitsalltag meiner Kunden?
🔹 Warum lohnt sich eine Zusammenarbeit?
Je konkreter du diese Fragen beantworten kannst, desto einfacher wird es später, erste Kunden zu gewinnen. Menschen entscheiden sich deutlich schneller für ein Angebot, dessen Nutzen sie sofort verstehen.
1.2. Für wen ist dein Angebot gedacht?
Ein weiterer grosser Fehler vieler Neugründer lautet: «Mein Angebot eignet sich für alle.»
Und genau das wird nie der Fall sein. Je breiter du dein Angebot positionierst, desto schwieriger wird es, die richtigen Menschen anzusprechen. Erfolgreiche Unternehmen wissen sehr genau, wen sie erreichen möchten und welche Bedürfnisse diese Zielgruppe hat.
Überlege dir deshalb möglichst konkret:
🔹 Wer profitiert am meisten von meinem Angebot?
🔹 Welche Herausforderungen haben diese Menschen?
🔹 Welche Wünsche oder Ziele verfolgen sie?
🔹 Welche Einwände könnten sie vor einer Kaufentscheidung haben?
Je besser du deine Zielgruppe kennst, desto einfacher fällt es dir, passende Inhalte zu erstellen, deine Leistungen verständlich zu präsentieren und genau dort sichtbar zu werden, wo potenzielle Kunden nach einer Lösung suchen.
Falls du deine Wunschkunden noch nicht klar definiert hast, empfehlen wir dir unseren Artikel „Zielgruppen definieren – So findest du die ideale Zielgruppe für dein Unternehmen“. Dort zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Zielgruppe analysierst und dein Marketing gezielt darauf ausrichtest.
1.3. Warum soll jemand ausgerechnet dich wählen?
Diese Frage entscheidet oft darüber, ob aus einem Interessenten tatsächlich ein Kunde wird. Gerade als Neugründer verfügst du meist noch nicht über zahlreiche Referenzen oder jahrelange Erfahrung. Das bedeutet jedoch nicht, dass du keine überzeugenden Argumente hast.
Überlege dir, wodurch sich dein Unternehmen von anderen unterscheidet. Vielleicht arbeitest du persönlicher. Vielleicht reagierst du schneller. Vielleicht hast du dich auf eine bestimmte Branche spezialisiert. Oder du erklärst komplexe Themen verständlich und auf Augenhöhe. Genau diese Eigenschaften bilden dein Alleinstellungsmerkmal – auch USP (Unique Selling Proposition) genannt.
Versuche dabei nicht, der günstigste Anbieter zu sein. Über den Preis lässt sich fast immer jemand unterbieten. Konzentriere dich stattdessen darauf, Vertrauen aufzubauen und den Mehrwert deiner Leistungen klar zu kommunizieren.
Bei der Webagentur Forster begleiten wir regelmässig Neugründer beim Aufbau ihrer digitalen Präsenz. Dabei stellen wir immer wieder fest: Unternehmen, die ihren Nutzen klar kommunizieren und ihre Zielgruppe genau kennen, gewinnen ihre ersten Kunden oft deutlich schneller als Unternehmen, die einfach möglichst viele Leistungen anbieten möchten.
Bevor du also Zeit oder Geld in Werbung investierst, solltest du dein Angebot aus der Sicht deiner potenziellen Kunden betrachten. Wenn sie auf den ersten Blick verstehen, welches Problem du löst und warum sie dir vertrauen können, hast du die wichtigste Grundlage geschaffen, um erfolgreich erste Kunden zu gewinnen und langfristig einen zufriedenen Kundenstamm aufzubauen.
2. So gewinnst du deine ersten Kunden in den ersten 30 Tagen
Die ersten vier Wochen nach deiner Firmengründung sind eminent wichtig. Nicht, weil du in dieser Zeit bereits einen prall gefüllten Auftragskalender haben musst. Aber weil du jetzt den Grundstein dafür legst, ob dein Unternehmen überhaupt wahrgenommen wird oder irgendwo still und leise im Internet vor sich hindümpelt.
Viele Neugründer machen nach dem Start erst einmal gar nichts. Sie warten. Auf Google. Auf Social Media. Auf Empfehlungen. Auf das berühmte Wunder, bei dem plötzlich jemand anruft und sagt: «Hallo, ich habe zwar noch nie von dir gehört, aber ich möchte sofort kaufen.» Spoiler: So läuft es meistens nicht.
Deine ersten Kunden gewinnst du selten durch einen einzelnen genialen Marketingtrick. Sie entstehen aus Gesprächen, Kontakten, Empfehlungen und konsequenter Sichtbarkeit. Deshalb brauchst du in den ersten 30 Tagen keinen komplizierten Marketingapparat. Du brauchst einen klaren Plan und die Bereitschaft, selbst aktiv zu werden.
Die folgenden vier Wochen geben dir einen konkreten Fahrplan. Kein theoretisches Blabla, sondern Massnahmen, die du sofort umsetzen kannst.
2.1. Woche 1: Erzähle jedem von deiner Gründung
In der ersten Woche geht es nicht darum, irgendjemandem etwas aufzuschwatzen. Du musst auch nicht jeden Bekannten mit einem auswendig gelernten Verkaufstext überfallen. Du solltest aber dafür sorgen, dass die Menschen in deinem Umfeld überhaupt wissen, dass es dein Unternehmen gibt.
Das klingt banal. Trotzdem sprechen viele Neugründer kaum über ihre Gründung. Sie haben Angst, aufdringlich zu wirken, oder denken, ihr Angebot müsse erst noch perfekter werden. Währenddessen weiss nicht einmal der eigene Nachbar, dass sie inzwischen selbstständig sind.
Mach es anders. Informiere dein persönliches und berufliches Umfeld:
🔹 Familie und Freunde
🔹 ehemalige Arbeitskollegen
🔹 frühere Arbeitgeber
🔹 Bekannte aus Vereinen oder Weiterbildungen
🔹 Geschäftskontakte
🔹 Lieferanten und Partner
🔹 Kontakte auf LinkedIn
🔹 Personen in relevanten WhatsApp-Gruppen
Dabei geht es nicht darum, eine lieblose Massenmeldung an 300 Kontakte zu verschicken. Eine persönliche Nachricht wirkt deutlich besser.
Zum Beispiel:
«Hallo Marco, ich wollte dir kurz erzählen, dass ich mich mit meiner eigenen Schreinerei selbstständig gemacht habe. Ich spezialisiere mich auf individuelle Möbel und Innenausbauten für Privatkunden in der Region Basel. Falls du jemanden kennst, der gerade etwas plant, freue ich mich natürlich über eine Empfehlung.»
Kurz, ehrlich und verständlich. Dein Gegenüber weiss danach was du machst, für wen du es machst, in welcher Region du tätig bist und wie es helfen kann. Genau das brauchst du.
Auch auf LinkedIn darfst du deine Gründung ruhig bekannt geben. Erzähle nicht nur, dass du jetzt Geschäftsführer deiner eigenen Firma bist. Beschreibe, weshalb du gegründet hast, welches Problem du lösen möchtest und für wen dein Angebot gedacht ist. Ein solcher Beitrag wirkt meist deutlich persönlicher als eine Hochglanzwerbung mit drei Stockfotos und dem Satz «Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen …». So schreibt jeder. Und nach zwei Zeilen schläft der Leser ein.
Bei der Webagentur Forster erleben wir immer wieder, dass erste Aufträge direkt aus dem bestehenden Umfeld entstehen. Nicht zwingend vom besten Freund oder der eigenen Tante. Häufig kennt jemand jemanden, der genau jetzt eine passende Dienstleistung benötigt. Unsere allererste Website durften wir übrigens ebenfalls für einen Bekannten aus der Nachbarschaft umsetzen. Genau solche Aufträge sind oft der Anfang – und führen nicht selten zu den ersten Weiterempfehlungen.
Dein Ziel in Woche 1 lautet deshalb: So viele relevante Menschen wie möglich sollen wissen, dass dein Unternehmen existiert und welches Problem du löst.
2.2. Woche 2: Nutze dein bestehendes Netzwerk
In Woche 2 gehst du einen Schritt weiter. Jetzt geht es nicht mehr nur darum, von deiner Gründung zu erzählen (das kannst du natürlich weiterhin tun). Du möchtest herausfinden, welche Kontakte dir Türen öffnen können.
Ein Netzwerk ist kein Telefonbuch voller Namen. Es besteht aus Menschen, die dich kennen, dir vertrauen oder dich zumindest glaubwürdig weiterempfehlen können.
Überlege dir deshalb:
🔹 Wer kennt meine Zielgruppe?
🔹 Wer arbeitet mit ähnlichen Kunden?
🔹 Wer könnte mein Angebot sinnvoll ergänzen?
🔹 Wer ist in meiner Region oder Branche gut vernetzt?
🔹 Wer könnte mich jemandem vorstellen?
Ein Beispiel:
Du gründest eine Ernährungsberatung. Dann können Fitnessstudios, Physiotherapien, Personal Trainer, Hausarztpraxen oder Sportvereine interessante Partner sein. Sie bieten nicht dieselbe Leistung an, sprechen aber häufig dieselbe Zielgruppe an.
Oder du eröffnest ein Reinigungsunternehmen. Dann können Immobilienverwaltungen, Umzugsfirmen, Hauswartungen oder Makler wertvolle Kontakte sein.
Schreibe solchen Personen nicht: «Haben Sie Kunden für mich?» Das wirkt, als möchtest du sofort etwas haben, ohne selbst etwas anzubieten.
Besser: «Ich habe gesehen, dass wir teilweise eine ähnliche Zielgruppe ansprechen. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, wie wir uns gegenseitig ergänzen oder weiterempfehlen können.» Damit entsteht ein Gespräch auf Augenhöhe.
Auch Vereine, Gewerbeverbände, Business Clubs und lokale Unternehmernetzwerke können hilfreich sein. Dort geht es nicht darum, möglichst viele Visitenkarten einzusammeln und anschliessend nie wieder jemanden zu kontaktieren. Zehn echte Gespräche sind wertvoller als 80 Karten, die später irgendwo in einer Schublade vergammeln.
Nach einem guten Austausch folgt immer ein Follow-up. Schreibe am nächsten Tag eine kurze Nachricht: «Danke für das angenehme Gespräch gestern. Deine Aussage zum Thema Mitarbeitersuche fand ich besonders spannend. Lass uns gerne in Kontakt bleiben.»
Damit bleibst du im Gedächtnis und gibst dem Gespräch einen sauberen Abschluss.
Nutze Woche 2 auch, um gezielt nach Vorstellungen zu fragen. Ein direkter Kontakt ist oft viel stärker als eine kalte Anfrage.
Zum Beispiel: «Du hast erwähnt, dass du mit mehreren Gastronomiebetrieben zusammenarbeitest. Ich unterstütze Restaurants bei professionellen Food-Fotos und neuen Speisekarten. Falls du jemanden kennst, bei dem das gerade Thema ist, wäre eine kurze Vorstellung grossartig.»
Das ist konkret. Dein Kontakt weiss sofort, wen du suchst und wobei du helfen kannst.
2.3. Woche 3: Gehe aktiv auf potenzielle Kunden zu
Jetzt wird es ernst. In Woche 3 hörst du auf, nur zu hoffen, dass jemand den Weg zu dir findet. Du suchst gezielt nach Unternehmen oder Personen, die dein Angebot wirklich benötigen.
Viele Neugründer hassen diesen Teil. Kalte Anfragen fühlen sich ungewohnt an. Man möchte nicht nerven. Man fürchtet ein Nein. Also wird lieber nochmals die Website überarbeitet, das Logo minimal verschoben oder drei Stunden lang an einer Instagram-Grafik gebastelt. Alles schön und gut. Nur bringt das noch keinen Auftrag.
Aktive Kundengewinnung bedeutet nicht, wahllos 500 identische E-Mails zu verschicken. Das ist Spam und landet zurecht im Papierkorb. Suche stattdessen gezielt nach passenden potenziellen Kunden.
Nutze dafür:
🔹 Google und Google Maps
🔹 LinkedIn
🔹 Nearivo und andere Branchenplattformen
🔹 lokale Firmenverzeichnisse
🔹 Veranstaltungen und Messen
🔹 Empfehlungen aus deinem Netzwerk
🔹 Unternehmen in deiner Umgebung
🔹 bestehende Kontakte aus früheren Tätigkeiten
Erstelle eine überschaubare Liste mit 20 bis 30 passenden Kontakten. Prüfe jeden einzelnen kurz:
🔹 Passt das Unternehmen zu meiner Zielgruppe?
🔹 Besteht ein erkennbares Problem?
🔹 Kann mein Angebot konkret helfen?
🔹 Wer ist die richtige Ansprechperson?
🔹 Wie spreche ich diesen Kontakt persönlich an?
Dann gehst du los. Per E-Mail, Telefon, LinkedIn oder persönlich. Der beste Kanal hängt von deiner Branche und deiner Zielgruppe ab.
Eine gute Erstansprache ist kurz und konkret: «Guten Tag Frau Keller, mir ist aufgefallen, dass Ihre Website auf dem Smartphone nur schwer lesbar ist und wichtige Informationen kaum gefunden werden. Ich unterstütze KMU dabei, ihre Websites benutzerfreundlicher und sichtbarer zu machen. Gerne zeige ich Ihnen unverbindlich zwei konkrete Verbesserungsmöglichkeiten.»
Das funktioniert besser als: «Wir sind eine innovative Full-Service-Agentur und bieten massgeschneiderte Lösungen für Ihre individuellen Bedürfnisse.» Dieser Satz sagt alles und nichts. Vor allem sagt er dem Kunden nicht, weshalb er antworten sollte. Sprich über das Problem des Kunden. Nicht über deine komplette Firmengeschichte.
Plane dir für Woche 3 ein klares Ziel:
🔹 fünf persönliche Kontakte pro Tag
🔹 zehn gezielte E-Mails pro Woche
🔹 drei Telefonate pro Tag
🔹 zwei persönliche Besuche
🔹 fünf neue LinkedIn-Kontakte mit einer echten Nachricht
Die genaue Anzahl hängt von deinem Angebot ab. Ein Architekturbüro braucht keine 100 Kontakte täglich. Ein B2B-Dienstleister kann dagegen mit einer gut recherchierten Liste sehr gezielt arbeiten.
Wichtig ist, dass du Ergebnisse festhältst: Wer wurde kontaktiert? Wann? Über welchen Kanal? Gab es eine Antwort? Wann folgt die nächste Nachfrage? Was wurde besprochen? Sonst schreibst du denselben Menschen zweimal an oder vergisst einen interessanten Kontakt komplett.
Und noch etwas: Ein Nein ist kein Weltuntergang. Ein Nein bedeutet oft nur jetzt nicht, kein Budget, aktuell kein Bedarf, falsche Ansprechperson oder einfach noch zu wenig Vertrauen. Bleib freundlich und professionell. Manche Kontakte werden erst Monate später zu Kunden.
2.4. Woche 4: Bitte aktiv um Empfehlungen
Wenn du in den ersten drei Wochen Gespräche geführt, kleine Aufträge erhalten oder erste Kontakte aufgebaut hast, beginnt Woche 4 mit einer Massnahme, die viele komplett vergessen: Frag nach Empfehlungen.
Die meisten zufriedenen Kunden empfehlen dich nicht automatisch weiter. Nicht weil sie unzufrieden sind. Sie denken einfach nicht daran. Du musst ihnen einen kleinen Schubs geben.
Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Auftrag kannst du beispielsweise schreiben:
«Es freut mich sehr, dass du mit dem Ergebnis zufrieden bist. Falls du jemanden kennst, der vor einer ähnlichen Herausforderung steht, darfst du mich sehr gerne weiterempfehlen.» Das ist nicht unangenehm. Das ist normal.
Du kannst auch konkreter werden:
«Ich arbeite besonders gerne mit kleineren Unternehmen aus der Region zusammen. Falls dir jemand einfällt, der gerade eine neue Website oder Unterstützung bei Google benötigt, freue ich mich über eine kurze Vorstellung.» Je genauer du formulierst, wen du suchst, desto leichter fällt die Empfehlung.
Bitte auch um Bewertungen. Eine glaubwürdige Google-Bewertung oder ein kurzes Kundenstatement hilft dir enorm, wenn du noch kaum Referenzen vorweisen kannst. Frage nicht erst sechs Monate später. Der beste Zeitpunkt ist direkt nach einem positiven Ergebnis, wenn der Kunde zufrieden ist und die Zusammenarbeit noch frisch im Kopf hat.
Mögliche Empfehlungen entstehen auch aus Kontakten, die noch gar keine Kunden geworden sind. Vielleicht passt dein Angebot aktuell nicht, aber die Person kennt jemanden, bei dem es perfekt passt. Frage deshalb ruhig: «Verstehe ich vollkommen. Falls du jemanden kennst, für den das Thema gerade relevant ist, freue ich mich natürlich über eine Empfehlung.»
Empfehlungen sind gerade am Anfang besonders wertvoll. Sie bringen dir nicht nur neue Kontakte, sondern auch einen Vertrauensvorschuss. Der potenzielle Kunde hört nicht zum ersten Mal von dir. Jemand, dem er vertraut, hat dich bereits empfohlen. Das verkürzt oft den Weg vom ersten Gespräch zum Auftrag erheblich.
2.5. Was nach den ersten 30 Tagen zählt
Nach vier Wochen wirst du vermutlich nicht bei jeder Massnahme sofort einen Volltreffer landen. Das ist normal. Kundengewinnung ist kein Verkaufsautomat, in den du oben drei LinkedIn-Nachrichten einwirfst und unten zwei Aufträge herausfallen.
Du solltest nach dem ersten Monat aber deutlich mehr wissen:
🔹 Welche Zielgruppe reagiert?
🔹 Welche Ansprache funktioniert?
🔹 Welche Kanäle bringen Gespräche?
🔹 Welche Fragen stellen potenzielle Kunden?
🔹 Welche Einwände tauchen immer wieder auf?
🔹 Welche Angebote wecken echtes Interesse?
Diese Erkenntnisse sind Gold wert. Sie helfen dir, dein Angebot, deine Kommunikation und deine nächsten Massnahmen gezielt zu verbessern.
Bei der Webagentur Forster sehen wir bei Neugründern immer wieder denselben Unterschied: Diejenigen, die aktiv Gespräche suchen, nachfassen und sichtbar bleiben, gewinnen deutlich früher erste Aufträge. Wer dagegen still auf den perfekten Moment wartet, wartet häufig sehr lange.
Deine ersten Kunden kommen nicht zwingend über den schönsten Instagram-Beitrag oder die teuerste Werbekampagne. Oft entstehen sie durch ein ehrliches Gespräch, eine persönliche Empfehlung oder eine gezielte Nachricht an genau die richtige Person.
Also: Raus aus dem stillen Kämmerlein. Dein Angebot kennt sich schliesslich nicht von allein herum.
3. Online erste Kunden gewinnen
Persönliche Kontakte und Empfehlungen bringen viele Neugründer zu ihren ersten Aufträgen. Doch früher oder später kommt der Zeitpunkt, an dem potenzielle Kunden nicht mehr über dein Netzwerk, sondern über das Internet auf dich aufmerksam werden. Deshalb solltest du auch deinen Online-Auftritt nicht dem Zufall überlassen.
Die gute Nachricht: Du musst nicht auf jeder Plattform gleichzeitig präsent sein. Viel wichtiger ist, dass du dort sichtbar bist, wo deine Zielgruppe tatsächlich nach einer Lösung sucht.
3.1. Erstelle eine professionelle Website
Viele Neugründer betrachten ihre Website als digitale Visitenkarte. Tatsächlich ist sie oft dein wichtigster Verkäufer. Und das rund um die Uhr.
Stell dir vor, jemand hört deinen Firmennamen zum ersten Mal. Was passiert als Nächstes? Die Person googelt dich. Innerhalb weniger Sekunden entscheidet sie, ob dein Unternehmen professionell wirkt oder nicht. Aus diesem Grund ist deine Website der erste Eindruck, den potenzielle Kunden von dir erhalten. Und für diesen ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.
Eine gute Website muss dabei nicht möglichst ausgefallen oder technisch kompliziert sein. Viel wichtiger ist, dass Besucher sofort verstehen:
🔹 Was bietest du an?
🔹 Welches Problem löst du?
🔹 Für wen arbeitest du?
🔹 Warum sollten Kunden dir vertrauen?
🔹 Wie können sie dich kontaktieren?
Verzichte auf lange Begrüssungstexte oder komplizierte Fachbegriffe. Deine Besucher möchten nicht lange suchen, sondern möglichst schnell erkennen, ob sie bei dir richtig sind.
Achte ausserdem auf folgende Punkte:
🔹 übersichtlicher Seitenaufbau
🔹 schnelle Ladezeiten
🔹 optimale Darstellung auf Smartphones
🔹 klare Handlungsaufforderungen
🔹 aktuelle Kontaktinformationen
🔹 einfache Kontaktaufnahme
Gerade als Neugründer brauchst du keine riesige Website mit unzähligen Unterseiten. Eine übersichtliche, professionell gestaltete Website schafft häufig mehr Vertrauen als ein überladenes Projekt mit vielen Baustellen.
Du möchtest von Anfang an professionell auftreten? Dann lass uns darüber sprechen. Wir erstellen dir eine Website, die nicht nur gut aussieht, sondern auch Vertrauen schafft, bei Google gefunden wird und neue Kunden gewinnt. Interesse? Dann wirf einen Blick auf unser Angebot im Bereich Webdesign.
3.2. Nutze Google, damit Kunden dich finden
Viele Neugründer konzentrieren sich zuerst auf Social Media. Dabei vergessen sie einen Kanal, über den potenzielle Kunden bereits aktiv nach einer Lösung suchen: Google.
Stell dir vor, jemand benötigt genau deine Dienstleistung. Was macht diese Person? Sie öffnet Google und sucht nach einem passenden Anbieter in ihrer Region. Genau dort möchtest du gefunden werden.
Damit das gelingt, solltest du dich von Anfang an mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) beschäftigen. Ziel ist es, dass deine Website bei relevanten Suchanfragen möglichst weit oben erscheint. Das funktioniert nicht über Nacht, zahlt sich langfristig jedoch enorm aus.
Bietest du deine Leistungen regional an, gehört auch ein vollständig gepflegtes Google Unternehmensprofil dazu. Viele Kunden informieren sich dort zuerst über Bewertungen, Öffnungszeiten, Fotos oder den Standort. Ein unvollständiges Profil wirkt schnell unprofessionell und kostet im schlimmsten Fall potenzielle Anfragen.
Unser Tipp: Warte mit SEO nicht, bis deine Website fertig ist. Je früher du die Grundlagen richtig aufbaust, desto einfacher wird es später, bei Google sichtbar zu werden.
Möchtest du mehr darüber erfahren? In unserem Artikel „SEO-Grundlagen: Die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung einfach erklärt“ erklären wir dir die wichtigsten Grundlagen einfach und verständlich.
3.3. Zeige regelmässig Präsenz auf Social Media
Viele Unternehmen nutzen Social Media hauptsächlich, um Werbung zu veröffentlichen. Genau das solltest du als Neugründer möglichst vermeiden. Menschen folgen Unternehmen nicht, weil sie jeden Tag Werbung sehen möchten. Sie interessieren sich für Menschen, Geschichten und Inhalte mit echtem Mehrwert.
Zeige deshalb regelmässig, woran du gerade arbeitest, beantworte häufige Fragen oder gib Einblicke in deinen Arbeitsalltag. Als Neugründer musst du nicht perfekt wirken. Authentizität schafft deutlich mehr Vertrauen als perfekt inszenierte Werbebilder.
Zum Beispiel kannst du zeigen:
🔹 spannende Projekte
🔹 Vorher-Nachher-Ergebnisse
🔹 Einblicke hinter die Kulissen
🔹 häufige Kundenfragen
🔹 hilfreiche Tipps aus deinem Fachgebiet
🔹 kleine Erfolgsgeschichten
Mit jedem Beitrag lernen dich potenzielle Kunden etwas besser kennen. Dieses Vertrauen entscheidet, ob sich jemand bei dir meldet oder bei der Konkurrenz.
Konzentriere dich lieber auf ein oder zwei Plattformen, anstatt überall halbherzig präsent zu sein. Qualität schlägt auch auf Social Media fast immer Quantität.
Wie oft du Beiträge veröffentlichen solltest und welche Posting-Frequenz sich bewährt hat, erfährst du in unserem Artikel „Wie oft soll ich auf Social Media posten?“.
3.4. Sei dort präsent, wo deine Zielgruppe sucht
Ein Fehler begegnet uns bei Neugründern immer wieder. Sie möchten überall gleichzeitig vertreten sein. Instagram. Facebook. LinkedIn. TikTok. Pinterest. YouTube. Google. Branchenverzeichnisse. Die Liste wird immer länger. Am Ende fehlt jedoch die Zeit, alle Kanäle regelmässig zu pflegen. Das Ergebnis: Überall ein bisschen präsent, aber nirgends wirklich sichtbar.
Mach es lieber genau umgekehrt. Überlege dir zuerst, wo deine Zielgruppe überhaupt nach deiner Dienstleistung sucht.
Je nach Branche können das ganz unterschiedliche Plattformen sein:
🔹 Google
🔹 Nearivo
🔹 LinkedIn
🔹 Branchenverzeichnisse
🔹 lokale Firmenverzeichnisse
🔹 Bewertungsplattformen
🔹 Fachportale
Ein Handwerksbetrieb profitiert beispielsweise häufig stärker von einem gepflegten Google Unternehmensprofil und regionalen Branchenverzeichnissen als von täglichen Beiträgen auf Instagram. Ein Unternehmensberater erreicht seine Zielgruppe dagegen oft besser über LinkedIn. Ein Hotel oder Ferienbetrieb wird wiederum hauptsächlich über Google, Nearivo oder spezialisierte Reiseplattformen gefunden.
Bei der Webagentur Forster beobachten wir häufig, dass Unternehmen ihre Zeit auf zu viele Plattformen verteilen. Deutlich erfolgreicher sind diejenigen, die sich auf wenige, aber wirklich relevante Kanäle konzentrieren und diese konsequent pflegen.
Lieber auf drei Plattformen professionell präsent sein als auf zehn Plattformen nur halbherzig. Genau dort entstehen oft die ersten Anfragen – und mit etwas Geduld auch die ersten Stammkunden.
FAQ zum Thema «Erste Kunden gewinnen»
Die ersten Kunden zu gewinnen, beschäftigt fast jeden Neugründer. Rund um Kundengewinnung, Marketing und die ersten Aufträge tauchen immer wieder ähnliche Fragen auf. Hier findest du die wichtigsten Antworten – kurz, verständlich und direkt auf den Punkt gebracht.
Wie lange dauert es, bis ich meine ersten Kunden gewinne?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Manche Neugründer erhalten ihren ersten Auftrag bereits nach wenigen Tagen, andere benötigen mehrere Wochen oder Monate. Entscheidend sind nicht Glück oder Zufall, sondern ein klares Angebot, eine definierte Zielgruppe und konsequente Kundengewinnung. Je früher du aktiv auf potenzielle Kunden zugehst und sichtbar wirst, desto schneller steigen deine Chancen auf die ersten Aufträge.
Wie finde ich erste Kunden ohne Werbebudget?
Gerade am Anfang benötigst du kein grosses Werbebudget. Nutze dein bestehendes Netzwerk, informiere Freunde, Bekannte und ehemalige Arbeitskollegen über deine Gründung und sprich potenzielle Kunden aktiv an. Empfehlungen, persönliche Gespräche und eine professionelle Website bringen häufig deutlich mehr als bezahlte Werbung. Investiere deine Zeit zuerst in Sichtbarkeit und Beziehungen, bevor du Geld für Werbung ausgibst.
Muss ich sofort eine professionelle Website haben?
Ja. Eine professionelle Website schafft Vertrauen und ist für viele Interessenten der erste Kontakt mit deinem Unternehmen. Sie zeigt auf einen Blick, wer du bist, welche Leistungen du anbietest und wie man dich erreichen kann. Gerade als Neugründer entscheidet der erste Eindruck oft darüber, ob sich ein Interessent bei dir meldet oder zur Konkurrenz wechselt. Deine Website muss dabei nicht riesig sein, aber professionell wirken und einen klaren Nutzen vermitteln.
Kann ich erste Kunden auch ohne Referenzen gewinnen?
Ja. Viele erfolgreiche Unternehmen haben ihre ersten Kunden gewonnen, bevor sie überhaupt Referenzen vorweisen konnten. Konzentriere dich darauf, den Nutzen deiner Leistung verständlich zu erklären, Vertrauen aufzubauen und offen zu kommunizieren. Kleine Pilotprojekte, ehrliche Kundenbewertungen oder persönliche Empfehlungen schaffen bereits zu Beginn Glaubwürdigkeit. Jede erfolgreich abgeschlossene Zusammenarbeit wird später zu einer wertvollen Referenz für neue Kunden.
Sollte ich meine Dienstleistungen am Anfang günstiger anbieten?
Verkaufe dich nicht unter Wert. Ein tiefer Preis allein überzeugt nur selten und zieht häufig Kunden an, die ausschliesslich auf den Preis achten. Konzentriere dich lieber darauf, den Mehrwert deiner Leistung verständlich zu kommunizieren und einen fairen Preis zu verlangen. Möchtest du zum Start ein besonderes Angebot machen, begrenze dieses zeitlich oder auf eine bestimmte Anzahl Kunden, anstatt deine Preise dauerhaft zu senken.
Was mache ich, wenn sich niemand auf meine Anfragen meldet?
Keine Rückmeldung bedeutet nicht automatisch, dass dein Angebot schlecht ist. Überprüfe zuerst, ob du die richtige Zielgruppe ansprichst und ob der Nutzen deiner Leistung auf den ersten Blick verständlich wird. Passe deine Ansprache an, kontaktiere weitere potenzielle Kunden und frage bestehende Kontakte aktiv nach Empfehlungen. Kundengewinnung braucht Ausdauer – wer konsequent sichtbar bleibt und seine Strategie laufend verbessert, erhöht seine Chancen auf die ersten Aufträge deutlich.
Fazit: Die ersten Kunden kommen leider nicht von allein
Die ersten Kunden zu gewinnen, gehört zu den grössten Herausforderungen jeder Firmengründung. Gleichzeitig entscheidest du in dieser Phase, wie sich dein Unternehmen entwickelt. Wer sichtbar wird, aktiv auf Menschen zugeht und konsequent dranbleibt, schafft die Grundlage für die ersten Aufträge und einen langfristig erfolgreichen Kundenstamm. Warte deshalb nicht auf den perfekten Zeitpunkt oder darauf, dass Kunden von selbst auf dich aufmerksam werden. Nutze dein Netzwerk, baue Vertrauen auf, präsentiere dein Angebot klar und sei dort sichtbar, wo deine Zielgruppe nach einer Lösung sucht. Jeder Kontakt, jedes Gespräch und jede Empfehlung bringt dich deinem nächsten Auftrag einen Schritt näher.
Du möchtest schneller zu deinen ersten Kunden kommen und von Anfang an professionell auftreten? Dann lass uns darüber sprechen. Gemeinsam entwickeln wir eine Strategie, die zu deinem Unternehmen passt, von der professionellen Website über Suchmaschinenoptimierung bis hin zur langfristigen Kundengewinnung. Vereinbare jetzt dein unverbindliches & kostenloses Erstgespräch und bring deine Selbstständigkeit erfolgreich ins Rollen.